Rassismus in Kinderbuchklassiker?

Hallo Du da draußen, schön dass du diesen Beitrag hier liest. Vor ab möchte ich eine Warnung aussprechen. Ich bin mir bewusst, dass ich mich mit dem folgenden Thema auf sehr dünnem Eis bewege und ich, so sehr ich mich auch bemühe, sicher irgendwie in die Nesseln setzen werde. Bitte sieh es mir nach. Ich werde mich um politische Korrektheit bemühen, die Regeln ändern sich nur hier auch ständig, dass ich gar nicht sicher sein kann, dass ich hier auf dem neuesten Stand bin. Klär mich hierzu gerne in den Kommentaren auf

Wenn du wauf weiter clickst, kommst du zu meinem Gedanken, was „das kleine Gespenst“* von Otfried Preußler angeht.

Gestern Abend habe ich das Buch zu Ende vorgelesen. Es ist schon verdammt alt. Auf der ersten Seite prankt in meiner krakkligen Kinderschrift mein Name und die Jahreszahl 1998. Zu diesem Zeitpunkt war ich in der zweiten Klasse. Eine buntgemischte Klasse mit Kindern aus Deutschland, China, Russland, der Türkei und der USA. Wir waren kunterbunt und jung und unvoreingenommen. Rassismus war für uns nie ein Thema.

Sage ich aber ich lese Das kleine Gespent* vor, kam einiges an Gegenwind auf mich zu. WIE KANNST DU NUR! Ist dir nicht klar, was es mit den Peoplen of Color macht? Dieses Buch ist so rassistisch! Das böse schwarze Gespenst.

Aber ist es das wirklich?

Ich finde nicht. 1966 erschienen, hätte man, wenn gewollt (was ich Herrn Preußler sicher nicht unterstellt) wohl eher das N-Wort benutzt um rassischte Bemerkungen zu machen und sicher nicht Kindern dem schwarzen Gespenst als Hilfe unterstellt. Dem Gespenst war es auch nicht wichtig unbedingt wieder weiß zu werden. Es wollte nach Hause und wieder bei Nacht leben. Wieder wie früher auszusehen ist nur ein Bonus gewesen.

Was passiert da eigentlich? Kurz und knapp: das kleine Nachtgespenst erwacht am Tag, weil die Rathausuhr umgestellt wurde und bekommt einen Schlag vom Sonnenlicht, worauf hin es schwarz wird. Fortan ist es gewungen tagsüber in der kleinen Stadt umher zu irren und sorgt da natürlich für aufsehen. ….

SCHWARZ hat hier nichts mit einer Rasse zu tun und ich verstehe die Kommentare nicht die dies behaupten. Schwarz ist hier der Kontrast zum Tag wie weiß zur Nacht! Das es Unfug anstellt und als Gespenst Leute erschreckt, hat nichts mit der Farbe zu tun. Es hätte genauso gut Lila sein können. Weißt du was ich meine?

Müssen wir uns an dem Wort SCHWARZ so hochziehen? Ich nehme das Rassismus Thema sehr ernst, wenn es sich um Rassismus handelt, was es in diesem Fall nicht tut. Die Farbe schwarz/weiß steht für Tag und Nacht. Genauso geht es mir mit dem Spiel wer hat Angst vorm schwarzen Mann…..Ich musste hier immer an einem Mann im schwarzen Mantel denken und nicht an einen Mann mit anderer Hautfarbe als „Hell“

Ich habe das Gefühl, dass Rassimus regelrecht gesucht wird. Geht es dir auch so? Bin ich hier etwas zu naiv was das Kinderbuch angeht?

Ein kurzer Gedanke bevor mein Kleiner wieder aufwacht….

Liebe Grüße,

Margarete

P.s.: Es gibt weiterhin Probleme mit dem Podcast. Es sollten schon längst zwei weitere Folgen online sein…..eigentlich


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Ein Kommentar zu „Rassismus in Kinderbuchklassiker?

  1. Nein, Du siehst das genau richtig! Wenn man will, dann findet man bestimmt in jedem Kinderbuch irgend etwas, was „politisch unkorrekt“ ist oder genauer gesagt sein soll. Nun, bei Pipi Langstrumpf kann man ohne inhaltlichen Verlust aus dem „Negerkönig“ einen „Inselkönig“ machen, aber Generationen von Kindern haben diese Geschichten vorgelesen bekommen oder selbst gelesen, ohne daran Schaden zu nehmen oder zu Rassisten heranzuwachsen. Was soll diese „Bereinigung“ von Kinderbüchern bewirken? Eine weichgespülte Schein-Realität? Wichtiger wäre es mit Kindern über problematische Inhalte offen zu reden, wenn sie denn auftauchen. Schaut man sich die guten, alten Märchen an, dann wird da verraten, gelogen, betrogen und vergiftet. Doch die böse Stiefmutter bekommt ihre gerechte Strafe, sie verbrennt oder tanzt sich in glühenden Schuhen zu Tode. Grausam? Kinder haben so seit Jahrtausenden erfahren, dass es schlimme Dinge zwar gibt, das Gute aber immer (oder zumindest meistens) siegt und böse Menschen ihre gerechte Strafe bekommen. Das ist der Ansatz zu einem Wertesystem, dass es uns später ermöglicht Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Märchen waren nie konfliktfrei, weil es den Konflikt braucht, um zur Lösung zu kommen. Jetzt das kleine Gespenst auf den Index zu setzen ist blanker Unsinn. Aber es passt zu unserer Gesellschaft, in der Kinder zu kleinen Königen erzogen werden, die dann später in der Ausbildung scheitern, weil der Chef partout nicht einsehen will, dass die Welt konfliktfrei bleiben muss und da für konstruktive Kritik kein Platz ist. Mach bitte einfach weiter so. Du musst Dich dafür nicht rechtfertigen…

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